Wiener Dudler im Heldritter Wald

BVZ Eisenstadt – Herbstgold Kritik

„JUBEL UND ELEND“ legte gewissermassen das zerfetzte Fleisch des Ersten Weltkrieges offen. Ein verwobenes Geflecht aus Musik, Liedern und Texten, das einen erschauern und das „Niemals wieder Krieg“ ausschreien lässt.

Es bleibt nur, den Künstlern Paul Gulda, Agnes Palmisano, Michael Dangl, Jelena Poprzan, Paul Schuberth, Maria Fedotova und Margarethe Herbert für dieses gegen Kriege aufstehende Programm zu danken – hoffend, dass dieses noch oft gehört wird!

Quelle:

Dietmar Baurecht, BVZ Eisenstadt

BVZ Eisenstadt – Herbstgold Kritik (Pdf)

Kunstbox: Wien lebt

Agnes Palmisano nur auf das Dudeln zu reduzieren, wäre gelinde gesagt ein Missgriff. Und auch wenn diese vokale Kunstform bereits in die UNESCO Liste des Immateriellen Kulturerbes in Österreich eingegangen ist und als und identitätsstiftender Bestandteil der Wiener Musiktradition gilt: Dudeln ist Dudeln und Palmisano ist Palmisano. Heißt: Eine hochtalentierte und äußerst vielseitige musikalische Persönlichkeit, die um die Verantwortung weiß, als legitime Erbin der Trude Maly – dem Urgestein des Wiener Dudelns – zu gelten, aber sie geht musikalisch ganz klar ihren Weg.

Im Emailwerk präsentierte sie (als ihr erstes Konzert im Jahr 2018) mit Daniel Fuchsberger an der Kontragitarre (für den gebürtigen Salzburger aus Koppl sozusagen ein Heimspiel) und Andreas Teufel an der Wiener Knopfharmonika ihr aktuelles Programm „Wean und schdeam“. Ein lustvoll gestaltetes Programm, durch das Palmisano mit unerhörtem Charme und Wien-typischen, morbiden Humor führte. Die Texte, von denen einige auch von ihr selbst geschrieben wurden, sind kunstvolle Erzählungen oder Charakterstudien, so dicht wie Kurzgeschichten und so lebendig wie Filme. Ihre Stimme malt die Geschichten aus wie Buntstifte ein Malbuch, mal klingend wie Kirchenglocken, mal klagend, mal schnurrend resignativ, sie singt über Tod, Liebe und langweilige Nettigkeit, als wär‘s das Selbstverständlichste der Welt, was den Wiener Charakter mit Sicherheit zu 100% trifft.

Wenn aber Agnes Palmisano einen Text von H.C. Artmann interpretiert, vertont vom studierten Komponisten und Kontragitarristen Daniel Fuchsberger, geht eine andere Sonne in der Welt des Wienerliedes auf. Das ist erfrischend neu, harmonisch vereinnahmend bis verstörend, aber es zeigt eine andere Facette dieses Palmisano-Trios, bei dem nur manche mitgehen. Die das aber tun, werden belohnt mit einem großartigen Stück Wiener Weltmusik, das eine Brücke baut zwischen Artmanns dunklem Wien und einer zeitgenössischen musikalischen Szene, die sich gut und bedeutsam anfühlt. Bitte mehr davon.

Alles in allem ein wunderbares Spiel mit dem Tod, mit Wien, mit Demut und Ignoranz, auf höchstem musikalischen Niveau.

(lf)

Quelle: Kunstbox

Fotos zu finden auf Flickr: https://www.flickr.com/photos/kunstbox/sets/72157662824640167

Radiobeitrag ab 00:15:45 min:

OÖN: Die Kitzmantelfabrik als Spielort der Gefühle

Jodeln und pfiffige Töne begeisterten in Vorchdorf

Exaltierte Art des Singens

Palmisano ist die Königin einer Gesangsform, die im 19. Jahrhundert in Wien populär war; heute lässt sie diese exaltierte Art des Singens zur Renaissance werden. Sie jongliert mit Höhen und Tiefen, glasklar überschlagen sich da die Register zum „Über-Drüber-Reigen“ – man kann nur staunen. Die Nummern waren zum Teil originale „Dudler“ und Brettl-Lieder, doch auch Arrangements nach den schlichten Weisen von John Dowland oder Songs im Crossover-Mix wurden aus dem Talon geschüttelt. Die Spafudla musizierten auch ohne Gesang, immer wieder tauchten Eigenkompositionen auf – gleich eingangs überraschte ein Kasatschok, der Mozarts „Alla Turca“ die Hand reichte. Volksmusik, Wiener Lied, Chanson und Stiladaptionen mischten sich zur originellen Revue. Palmisanos alle Schattierungen und Lagen geschmeidig durchlaufende Stimme bleibt als Quintessenz des Abends im Ohr.

Klassik: Agnes Palmisano & Spafudla, Kitzmantelfabrik Vorchdorf, 27. Juli

Quelle:

http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/Die-Kitzmantelfabrik-als-Spielort-der-Gefuehle;art16,2636043

Schrammeln am See

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FAZ: Wenn Bilderfrauen lebendig werden

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Der Standard:“Ganymed Fe Male“: Die Grazien reden zurück

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„Ganymed Fe Male“: Die Grazien reden zurück

Margarete Affenzeller•19. Februar 2017, 16:13

Jacqueline Kornmüller zeigt ihre neue Arbeit im Kunsthistorischen Museum. Sie verpasst der männlich dominierten Kunstgeschichte weibliche Blicke und Stimmen. Sehr notwendig, aber der Abend geht nicht weit genug

Wien – Mit Ganymed Boarding hat Regisseurin Jacqueline Kornmüller („wenn es so weit ist“) 2010 einen Theaterprototyp geschaffen, der Gemälde im Museum performativ erschließt. Die vierte Arbeit nun – sie heißt Ganymed Fe Male – hatte am Samstag Premiere und trägt einen prononciert weiblichen Blick in das ehrwürdige Kunsthistorische Museum.

Dort fragt man sich längst, warum die schönen Sitzbankquader in den großen Sälen – einst durch Thomas Bernhards Alte Meister zu literarischen Ehren gekommen – nicht schon viel früher als Bühnenpodeste genutzt wurden.

Einen weiblichen Blick im Kunsthistorischen Museum zu etablieren, damit trägt man wahrlich keine Eulen nach Athen. Dem einen oder anderen Besucher wurde bei diesem aus 15 Stationen bestehenden Parcours durch die Kunstgeschichte erst bewusst, wie männlich dominiert diese ist. Im Kontext feministischer Theorien verharrte diese Ganymed-Arbeit aber meist in recht ausgetretenen Pfaden, die sich vor allem in der Objektivierbarkeit der Frau erschöpfen und diese eigentlich, wenn auch mit kritischem Gestus, reproduzierte.

Kapuze als Dornenkrone

Eine besondere Ausnahme war da die ergreifende, geradezu erschütternde „performative Überschreibung“ von Tiepolos Gemälde Heilige Katharina von Siena durch die Wienerliedsängerin Agnes Palmisano. Unter dem Porträt der Mystikerin (1347-1380) kauernd, entwindet sich Palmisano zur Drehleiermusik von Matthias Loibner allmählich einem Schlafsack und streckt sich – dabei eine eigene, eindringlich langsame Version von Eric Claptons Trauerballade Tears in Heaven singend – dem Himmel entgegen.

Obwohl Palmisano mit ihrem schwarzen Hoodie und dem Schlafsack ganz der Gegenwart angehört, spricht durch sie in diesem Moment des Flehens genau jenes Gemälde. Es wirkt gar so, als läge in der Kapuze die Bedeutung der Dornenkrone und als bildeten die Faltenschwingungen des Schlafsacks das heilige Gewand.

Gefangensein im Blick

So nah zueinander fanden Gemälde und Performance selten an diesem Abend. Einen eingehenden Bezug stellte noch Zadie Smiths Text zu Balthasar Denners (1685-1749) Gemälde Alte Frau her. Petra Morzé reflektiert im Saal XII über das Gefangensein im männlichen Blick bzw. über die mit dem Alter und dem schwindenden Begehrtwerden einhergehende Befreiung aus demselben.

Ganz ähnlich machte dies Julia Stemberger, die sich noch mehr die Bewegungsstudie von Rubens Bild Das Pelzchen aneignete und – wie die darauf aufgebildete Frau – einen Pelzmantel notdürftig über ihre nackte Haut geschwungen trug. Ich bin aus Blicken gemacht heißt der dazugehörige Text der polnischen Autorin Joanna Bator.

Mitunter hieß es auch, Worte zurechtzurücken. Was in Giuliano Bugiardinis Gemälde noch Entführung der Dina heißt, präzisiert Autorin Anna Kim in ihrem Text: Schauspieler Martin Vischer berichtet im Anblick der Szene von systematischen Vergewaltigungen während des Bosnienkrieges. (Margarete Affenzeller, 19.2.2017)

Quelle: http://derstandard.at/2000052844558/Ganymed-Fe-Male-Die-Grazien-reden-zurueck

 

Böblinger Bote: Das Jodeln als Kunstform

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Kreiszeitung – Böblinger Bote“, vom 13. Februar 2017 (pdf)

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SN: „Der Kongress tanzt“ quietschfidel in der Volksoper

Für den Wienerliedklassiker „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ wurde mit Agnes Palmisano sogar eine der prominenten Vertreterinnen der neuen Generation als Dudlerin verpflichtet.
Quelle: Salzburger Nachrichten

 

Der Standard: Das muss ein Stück vom Himmel sein

 

Die im Film von Paul Hörbiger in engen Hosen ausgefüllte Rolle des Heurigensängers übernahm Agnes Palmisano und interpretierte sie mit Rock, Charme und charakteristischem Timbre. –

Quelle: Der Standard

Das muss ein Stück vom Himmel sein  – STEFAN ENDER 21. Februar 2016, 20:11

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